pavillon madeleine by Léa Linster 30, rue du moulin L-3660 Kayl Telefon +352 265664 Telefax +352 26566464
Ansprechpartnerin: Njomza Musli (de/en/fr)
Wie ein Monument steht das markante Gebäude im neu gestalteten Parc Ouerbett, der grünen Mitte von Kayl, wo die Bürger Ruhe und Erholung finden. Mit seinem verwitterten Stahl symbolisiert es den Eisenerzabbau, der in dieser Region, dem Land der roten Erde, lange Zeit eine große Rolle spielte. Im Inneren birgt es jedoch eine besondere Überraschung. Niemand geringerer als Léa Linster, die einzige Frau mit einem Bocuse d'Or hat sich mit dem Pavillon einen Traum verwirklicht. Den meisten sonst nur bekannt aus Fernsehen und Zeitungsberichten, kann man sie jetzt hier "live" erleben. Bewunderer ihrer Kochkunst nutzen die Gelegenheit, Léa und ihre Küche persönlich kennen zu lernen, bei einem preiswerten Mittagstisch der für jeden erschwinglich ist.
Wer das außergewöhnliche Bauwerk betritt, gelangt sofort in die Obhut von Njomza Musli, die den Gast auf die freundlichste Art willkommen heißt. Sie ist verantwortlich für den Restaurantbetrieb und gleichzeitig das jüngste Mitglied des Personals. Gefragt, ob sie ihre Arbeit gerne macht, bekräftigt sie lachend, dass es ihr sehr viel Spaß mache. Und dass es schon etwas sehr Besonderes sei, für eine so bekannte Persönlichkeit zu arbeiten. Das lasse auch turbulente und anstrengende Momente schnell vergessen.
Augenblicklich nimmt einen die unvergleichliche Atmosphäre gefangen. Die 40 Stühle des Restaurants sind nahezu alle besetzt. Fröhlich und lebhaft geht es zu. Die Gäste plaudern angeregt miteinander, während Léa von Tisch zu Tisch geht und sich nach ihrem Wohlbefinden erkundigt, voller Elan und Herzlichkeit. Man gehe schließlich nicht nur in ein Restaurant weil man Hunger hat, sondern man sehne sich auch nach Zwischenmenschlichkeit und Geborgenheit, sagt sie mit einem überzeugten Lächeln. Unterstützt durch das Kaminfeuer, das besonders im Winter Gemütlichkeit verbreitet.
Jeden Mittag überrascht sie mit einem neuen Menü, gleich bleibend erstklassige Qualität garantiert. Kreativ und spontan nutzt sie das saisonale Angebot des Marktes. Abends genießt man "à la carte". Wie wär's mit dem "Menu à la Madeleine"? Möglichst nicht zu spät am Abend, da das Restaurant um 21.30 Uhr geschlossen wird. Nach Voranmeldung und Planung wird auch jede Familienfeier zum absoluten Highlight.
Die Küche ist perfekt in den Raum integriert. In ihr herrscht geschäftiges Treiben, während das Team die Rezepte von Léa Linster umsetzt. Immer in der gleichen Qualität, da werde nicht daran herum gezappelt, informiert sie souverän. Antony, der junge Küchenchef hält sich daran und jeder kann sich davon überzeugen, der offene Kochbereich ist Show-Cooking pur, ebenfalls eine gelungene Entscheidung der Sterneköchin. Hier entstehen Überraschungen wie Wildterrine mit Püree aus roten Beeten, Lachstatar mit eingelegten Zitronen, Rindersteak aus dem Simmenthal, Kabeljau mit Muscheln. Zum Neugierigmachen hier nur zwei Nachtische: Vacherin mit Vanille- und Erdbeereis, luftiges Baiser mit cremigem Eis oder Café Madeleine mit Joghurteis.
Seit 1996 ist sie stolze Besitzerin eines Weinbergs bei Remich an der Luxemburger Mosel, ihrer Domaine de Léa Linster. Dort gedeiht der Elbling, ein trockener Weißwein, der zu den ältesten Sorten in dieser Gegend zählt, ein idealer Begleiter ihrer kulinarischen Spezialitäten.
Léas Philosophie: Ungezwungene Gastronomie mit Produkten, die allerhöchstes Niveau haben und frisch sein müssen. Die Auswahl ist kleiner als in ihrem Restaurant in Frisange, aber nicht minder interessant. Erhöht auf einem Regal thronen die Madeleines. Der richtige Rahmen für die ungekrönte Königin. Der Name des Restaurants ist natürlich ihr gewidmet, voilà.
Junge Menschen erhalten bei Léa Linster eine Chance. Begeistert sagt sie, dass Sascha, der Chef vom Service, seine Sache fantastisch meistert. Sie ist zufrieden mit ihrer Crew, was deutlich zu spüren ist. Léa tritt eher als Partnerin auf, nicht als Chefin und honoriert Kompetenz und Einsatzbereitschaft. Ihre Energie scheint sich mühelos auf ihre Mitstreiter zu übertragen.
Noch einen lange gehegten Wunsch hat sich Léa mit dem Tee-Salon erfüllt. So bietet sie nachmittags eine reiche Auswahl an Backwaren an, neben einer kleinen Speisekarte mit leichten Gerichten, Eis und Dessert.
Im Sommer auf der Terrasse blickt man auf eine kunstvoll gestaltete Parklandschaft aus Wiesen, alten Bäumen und Hecken. Schafe, Kühe und Pferde lassen das Gefühl von idyllischem Landleben aufkommen. Der Kaylbach plätschert gemächlich am Pavillon vorbei und Kinder turnen auf dem ungewöhnlichen Abenteuerspielplatz, gut beobachtet von den Eltern, die ihren Tee oder Kaffee und Léas weltweit bekannte Madeleines genießen. Auf den neu angelegten Spazierwegen vertritt man sich die Beine und genießt das ruhige Fleckchen Erde, Vogelgezwitscher inklusive.
Wer zu Hause seinen Salat à la Léa Linster anrichten möchte, nimmt eine Flasche ihrer köstlichen Vinaigrette mit. Sie enthält die immer gleiche bewährte Basis, die mit frischen Kräutern oder Gewürzen ergänzt werden kann. Die Variationsmöglichkeiten sind vielfältig.
Autorin: Ursula Furlan
Für das Buch: Kulinarische Entdeckungsreise Luxemburg